„Einen Kaffee bitte“
“Cortado natural, leche leche, americano oder Café solo?”
Auch wenn die Kanaren zu Spanien gehören, gibt es doch sprachlich und kulturell kleine Unterschiede. Bereits als Besucher und mit wenigen Spanisch-Kenntnissen merkt man das schon im Alltag. Denn egal ob man in Los Llanos einen Kaffee, in Puerto Naos ein Bierchen oder in Puntallana einen Eintopf bestellt – immer wieder laufen einem Begriffe über den Weg, die eben nur auf den Kanaren typisch sind.
Als perfekte Urlaubs-Vorbereitung möchte ich euch deshalb unter die Arme greifen – mit einem kleinen ABC der Begriffe, die dir während deines Urlaubs garantiert begegnen werden. Los gehts!

1 Darfs ein bisschen Koffein sein?
Beginnen wir mit einem der bekanntesten Getränke der Kanaren. Der Barraquito ist weit mehr als nur ein Kaffee. Er besteht aus mehreren Schichten und ist ein kleines Kunstwerk im Glas:
· gesüßte Kondensmilch
· Likör 43
· Espresso
· aufgeschäumte Milch
· etwas Zitronenschale
· Zimt
Vor einer Biketour ist ein Barraquito daher nicht zu empfehlen – der Likör macht ihn eher zum gemütlichen Genuss am Nachmittag oder nach dem Abendessen.
Wenn du morgens lieber wie viele Einheimische startest, bestell dir einen Cortado natural (auch Cortado con Leche), oder einen Leche y Leche. Das ist ein Espresso mit normaler Milch, oder eben einer Mischung aus normaler und gesüßter Kondensmilch. Deutlich schlichter als ein Barraquito, aber mindestens genauso typisch für die Kanaren.
Unser Tipp: Fast jedes Café bereitet seinen Barraquito ein klein wenig anders zu, es lohnt sich also zu vergleichen 😉
2 Wenn wir unterwegs einkehren…
Nach ein paar Stunden auf dem Bike meldet sich irgendwann der Hunger. Und genau dann begegnen dir wahrscheinlich diese Klassiker.

Un dos tres Bocadillo corazon
Ein Bocadillo ist das klassische belegte Baguette Spaniens. Je nach Bar findest du Varianten mit Serrano-Schinken, Käse, Tortilla (Eier-Omlett in der französischen Version, Eier-Kartoffel-Omlett in der spanischen), Carne y Mojo (Schweinefleisch mit einer einheimischen Paprikasoße), Hähnchen, Schweinerücken oder vielen anderen Zutaten.
Das Schöne daran? Oft sind es gerade die unscheinbarsten kleinen Bars, die die besten Bocadillos machen. Von außen sehen sie manchmal eher nach Dorfkneipe als nach Restaurant aus – und genau dort verstecken sich häufig die kulinarischen Highlights.
Mein Rat: Hör auf deinen Guide. 😉 Über die Jahre haben wir uns quer über die Insel durchprobiert und kennen jede Menge Local-Tipps.

Ropa Vieja
Keine Sorge – du bekommst keine „alten Klamotten“ serviert. Ropa Vieja bedeutet zwar wörtlich alte Kleidung, ist aber einer der beliebtesten traditionellen Eintöpfe der Kanaren.
Je nach Familie und Restaurant unterscheidet sich das Rezept etwas, meistens besteht er aus langsam geschmortem Rindfleisch, Kichererbsen, Kartoffeln und Gemüse, kräftig gewürzt und wunderbar herzhaft. Gerade an etwas kühleren Tagen in den Bergen ist das genau das Richtige, um die Energiespeicher wieder aufzufüllen und ein perfektes Wohlfühlessen.
Der venezolanische Einfluss: Arepas & Cachapas
Viele Besucher wundern sich, wie oft auf La Palma venezolanisches Essen angeboten wird.
Der Grund liegt in der Geschichte: Über viele Jahrzehnte sind viele Menschen von den Kanaren nach Venezuela ausgewandert. Später kehrten viele Familien wieder auf die Inseln zurück – und brachten ihre Küche mit.

Deshalb gehören Arepas und Cachapas heute fast selbstverständlich zum kulinarischen Angebot auf La Palma.
Arepas sind runde Maisfladen, die aufgeschnitten und mit Käse, Fleisch, Hähnchen, Avocado oder vielen anderen Zutaten gefüllt werden.
Cachapas bestehen ebenfalls aus Mais, werden aber aus frischem Maisteig zubereitet. Sie erinnern ein wenig an einen dicken Pfannkuchen und werden meist mit geschmolzenem Käse oder Fleisch serviert.
Wenn wir mittags einkehren, werdet ihr diese beiden Gerichte oft auf der Speisekarte finden. Die beliebteste Variante ist die Reyna Pepiada con queso amarillo y salsa verde: Eine Hühnchencreme, mit Käse und einer grünen Soße auf Avocado Basis.

3 Feierabend? Zeit für eine Cerveza!
An manchen Tagen beenden wir unsere Tour an einer Strandbar und genissen eine wohlverdiente Erfrischung. Und genau hier gibt es ein paar Begriffe, euch bei der Orientierung helfen werden.
Bier heißt auf Spanisch Cerveza. Viele verwechseln den Namen mit dem italienischen Birra, was aber meist auch verstanden wird. Direkt danach kommt dann die Frage:
¿Caña o Jarra?
· Caña – das kleine gezapfte Bier.
· Jarra – das große Bier.
· Clara – Bier gemischt mit Zitronenlimonade.
Ein kleiner Tipp: Einheimische trinken häufig Dorada (vorzugsweise Especial) oder Tropical – beide passen hervorragend zu einem entspannten Feierabend.
4 Wenn wir abends gemeinsam essen gehen…
In typisch einheimischen Restaurants werden einige Dinge nie fehlen. Das beginnt direkt mit dem obligatosichen Brötchen mit Aioli, sobald man sich an den Tisch setzt und geht direkt weiter mit einem anderen Sossen-Klassiker:

Mojo
Mojo ist die berühmteste Sauce der Kanaren. Sie basiert auf Paprika und es gibt sie hauptsächlich in zwei Varianten:
· Mojo Rojo – würziger und perfekt zu Kartoffeln und Fleisch.
· Mojo Verde – frischer, meist mit Koriander oder Petersilie und ideal zu Fisch.
Ein MUSS zu den bekannen Papas Arrugadas – den kleinen Salz-Kartoffeln, die praktisch auf keiner kanarischen Speisekarte fehlen.
Queso Asado

Ein Gericht, das viele Gäste vor ihrem Urlaub gar nicht kennen – und nach der Reise regelmäßig vermissen. Queso Asado ist gegrillter kanarischer Ziegenkäse, meist mit verschiedenen Sossen-Varianten, von Mojo, über Marmeladen bis hin zu Honig. Eine perfekte Vorspeise zum Teilen.
Hierzu noch eine Ergänzung: Wusstet ihr, dass wir hier den Käse nach Farben unterscheiden?
Queso Amarillo – einfach gesagt handelt es sich hier fast immer um Gauda oder ähnliche Käsearten in gelber Farbe.
Queso Blanco – quasi immer aus Ziegenmilch und in allen varianten, von frisch, geräuchert bis stark gereift.
Dinge, die du garantiert hören wirst
Zum Schluss noch zwei Dinge, die euch im Alltag permanent über den Weg laufen werden.
„No pasa nada.“
Wenn etwas ein paar Minuten länger dauert. Wenn jemand sich verspätet. Oder wenn einfach alles etwas entspannter läuft. Was wörtlich soviel bedeutet wie „es passiert nichts“ ist der klassiker für „Mach dir keinen Stress. Alles wird gut.“
Und natürlich
“Vale”
Während Spanier uns meist fragen was dieses deutsche Wort “genau” heisst, fragen die Deutschen recht schnell nach der Bedeutung von “vale”.
Wörtlich heisst es “es ist wert”, und verwendet wird es im allgemeinen für “OK”, “Aaaaah”, “Geht klar”, …
Unser Fazit
La Palma entdeckt man nicht nur auf spektakulären Trails oder bei einer Aussicht am Roque de los Muchachos.
Man entdeckt die Insel auch an kleinen Bars, in familiengeführten Restaurants und bei Gerichten, deren Namen man vorher noch nie gehört hat.
Vielleicht bestellst du nach deiner nächsten Tour ganz selbstverständlich eine Caña, weißt genau, was eine Arepa ist und freust dich am Abend auf einen Queso Asado mit Mojo.
Dann bist du auf La Palma angekommen.
Und genau darum geht es doch eigentlich beim Reisen. Nicht nur neue Orte kennenzulernen – sondern auch ein kleines Stück ihrer Kultur.
PS: Und wenn du das Erlebnis abrunden willst, frag deinen Guide doch mal nach Papas Locas – das ist auch eher was für den Abend, und könnte süchtig machen. Ich weiss, wovon ich spreche…

Ihr habt Fragen bezüglich eines Aufenthalt auf der Insel? Meldet euch gerne bei mir: ihr könnt z.B. HIER ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren, in dem wir Fragen ruck zuck geklärt bekommen!
Hasta pronto, sonnige Grüße
Silvi
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